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Gemeindekonzeption
Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schalke
Endfassung vom 14. Dezember 2009
Warum brauchen wir eine Gemeindekonzeption?
Wir erleben in unserer Kirchengemeinde einen Schrumpfungsprozess als Folge der demographischen Veränderung der Gesellschaft, dem Verlust an Gemeindegliedern und dem damit zusammenhängenden Rückgang der Finanzen.
Unter dem Schlagwort demographische Veränderung verstehen wir vor allem vier Problembereiche:
- immer mehr Menschen werden immer älter,
- immer weniger Kinder deutscher Herkunft werden geboren, und die alten Familienstrukturen befinden sich zunehmend in einem Zustand der Auflösung,
- Integration von Migranten, und vor allem von Migrantenkindern und
- die Bevölkerungsabnahme in einzelnen Gebieten und Kommunen auf der einen Seite und andererseits das Wachstum der Bevölkerung in anderen Regionen.
Unser Glaube hilft uns, mutig und gemeinsam mit Vielen die Herausforde- rungen anzunehmen und darin Chancen für den Erhalt und das Wachstum der Gemeinde zu sehen.
Wir haben uns Hilfe durch eine Gemeindeberatung geholt, um uns für die kommenden Jahre über Inhalte und Ziele der Arbeit klar zu werden und not- wendige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und gezielter überprüfen und steuern zu können.
In einem dynamischen Austausch sind die Stimmen und Meinungen der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sowie der Gemeindeglieder in die nun vorliegende und vom Presbyterium verabschiedete Gemeindekonzep- tion eingeflossen.
SETZUNGEN
Die Grundlage unserer Konzeption – Wovon wir uns leiten lassen
Wir sehen unsere Kirchengemeinde als Ort der Selbstbegegnung, der Menschenbegegnung und der Gottesbegegnung.
Darum wollen wir einen Lebensraum bieten, …
- in dem Menschen aus ihrer je verschiedenen Lebenswirklichkeit ihren Stuhl an einen Tisch rücken können und herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft erfahren,
- in dem Menschen Zeit haben, Luft zu holen und wieder zu Atem zu kommen,
- in dem Menschen offen sagen können, was sie bewegt,
- in dem Menschen miteinander reden und sich austauschen und nicht angepredigt werden,
- in dem Menschen erleben, dass es um etwas "Anderes" geht und dass es "anders" (zu)geht,
- in dem die Suche nach Gott sein darf, in dem sie Gestalt annimmt und durch die Begegnung mit anderen immer neu entfacht wird und zu gemeinsamen Handlungsbildern führt,
- in dem Menschen an Gott zweifeln dürfen und ihm manchmal auf die Spur kommen können,
- in dem das Leben – besonders im Gottesdienst – gefeiert wird, an dem gesungen wird und gelacht und geweint, in dem wir uns frei fühlen,
- in dem ich sein kann – auch der sein kann, der ich bin,
- in dem Menschen empfangen und geben, protestieren und gemeinsam mit anderen handeln.
Unsere Gemeinde ist eine lernende Gemeinschaft von Menschen auf dem Weg – das wandernde Gottesvolk mit lernenden Lehrern und Leben lernen- den Menschen in geschwisterlichem Austausch. Wir versuchen, das Leben immer auch mit den Augen der Anderen zu sehen.
Unsere Gemeinde ist ein Begegnungsort, partnerschaftlich und auf Augen- höhe – der Ort, der uns allen zur Heimat werden darf.
So erleben wir uns selbst als eine Gemeinde, die sich ihrer Reichtümer be- wusst wird. Wir sind reich an Menschen, an Ideen, an Kraft und Zuversicht auf Gottes Geist.
In dieser zukunftsorientierten Sicht erkennen wir, dass Kirche durch die Zei- ten ein Ort mit unterschiedlichen Lebensäußerungen war. Diese Vielfalt erleben wir als den Schatz der MenschenMöglichkeiten.
So gestalten wir Gemeinde und Kirche als Ort, an dem Menschen Gast- freundschaft erfahren, sich beheimatet fühlen und sich einbringen dürfen / können / sollen.
So arbeiten wir in Systemen, in denen Menschen selbst bestimmt, eigen- ständig, gemeinwesenorientiert und in Kontakt mit Gott ihre Lust am Leben, an der Verantwortung für sich selbst und den Nächsten nah und fern, an der Gemeinschaft spüren und sich bewegen lassen.
Unsere Kirchengemeinde
Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schalke ist geprägt durch die industrielle Entwicklung des Stadtteils. Die Blütezeit der hier ansässigen Schwerindus- trie zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgte für ein rasches Anwachsen der Bevölkerung und einen beachtlichen Ausbau der Infrastruktur.
Während des 3. Reiches hat sie – die Unversöhnlichkeit der Ideologie der Deutschen Christen und den glaubensfesten Gegenentwurf der Bekennen- den Kirche bis in die Pfarrerschaft und das Gemeindeleben spürend – sich mehrheitlich für das Evangelium der Befreiung entschieden und mutig be- kannt.
Mit dem Rückbau der Montanindustrie ab den 1960er Jahren ergaben sich jedoch immer mehr Veränderungen in der Sozialstruktur mit Auswirkungen auf das Gemeinwesen.
Heute ist unsere Gemeinde durch eine im Vergleich mit anderen Stadtbezir- ken höhere Arbeitslosenquote und durch einen höheren Migrantenanteil ge- kennzeichnet.
Nennenswerte neue Wohnerschließungen sind nicht mehr zu erwarten, da die vorhandenen Flächen bereits entsprechend genutzt werden.
In den letzten 15 Jahren ist eine Wegzugstendenz insbesondere von jünge- ren Familien festzustellen.
Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schalke ist Teil des Ev. Kirchenkreises Gel- senkirchen und Wattenscheid in der Ev. Kirche von Westfalen und hatte bis 1997 drei Predigtstätten mit vier vollen Pfarrstellen bei ca. 9070 Gemeinde- gliedern. 1997/98 entfiel die erste Pfarrstelle, und 1998 wurde die Schlies- sung des ersten Gemeindezentrums / Gottesdienststätte notwendig. Heute besteht die Kirchengemeinde bei einer Gemeindegliederzahl von ca. 6500 aus zwei Pfarrbezirken mit zwei Pfarrstellen, der Friedenskirche, der Kreuz- kirche und zwei Gemeindezentren.
Zur Friedenskirche gehört der Ev. Albert Schweitzer-Kindergarten in der Trä- gerschaft des Ev. Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid. An der Kreuzkirche befindet sich ein kommunaler Kindergarten, der im Rahmen des nordrhein-westfälischen Modellprojektes „Religiöse Bildung in kom- munalen Einrichtungen“ partnerschaftlich mit der Kirchengemeinde zusam- menarbeitet. Darüber hinaus führt die Gemeinde einen eigenen Friedhof im Schalker Norden.
Für die Verwaltungsaufgaben unterhalten wir ein eigenes Gemeindebüro, das an fünf Werktagen jeweils vormittags besetzt ist. In der Gemeinde ar- beiten haupt- und nebenamtlich Beschäftigte in den Bereichen Küster- dienst, Friedhof und Kirchenmusik sowie ein Zivildienstleistender im Ju- gendheim „Martin Luther King-Haus“.
Eine Besonderheit stellt die Versorgung der drei im Gemeindebereich an- sässigen Alteneinrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft durch einen hauptamtlichen Altenheimseelsorger dar.
Die Jugendarbeit findet an beiden Kirchen statt, im Bereich der Friedens- kirche steht unser Jugendheim.
In Zusammenarbeit mit dem Integrationscenter für Arbeit in Gelsenkirchen läuft seit einigen Jahren das Projekt „Trampolin“, in dem junge Arbeitslose im gemeindlichen Rahmen Beschäftigung finden, um daran anschließend eine bessere Vermittlungschance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten.
Durch Konzerte und Ausstellungen erreichen wir eine breitere Öffentlichkeit und erleben Kunst in der Kirche in einem lebendigen Spannungsfeld unter- schiedlicher Ausdrucks- und Verstehensmöglichkeiten.
Wir lernen uns zu bescheiden, mit dem auszukommen, was einkommt, und eine gegen alle demographischen Prognosen wachsende Gemeinde sein zu wollen.
Seit einigen Jahren sind wir mit den benachbarten Kirchengemeinden Gel- senkirchen und Rotthausen im Kooperationsraum Südwest verbunden und versuchen, uns gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.
Wir sind gewiss: Mit dem Mut der Frauen und Männer aus Schalke und der ihrem Glauben erwachsenden Beharrlichkeit und dem wachen Blick für die Gegenwart und die Zukunft werden wir die Geschichte der Kirchengemeinde Schalke weiter schreiben.
Was wir uns für die Zukunft vornehmen
Wir stehen vor großen Herausforderungen, um unsere Kirchengemeinde zukunftssicher zu machen. Wir nehmen diese Aufgabe an, weil sie uns die Chance zur Neuorientierung und zum Neubeginn auf dem Grund unseres Glaubens bietet.
Zukunftsorientierte Aktivitäten brauchen Raum zur Entwicklung, eine Heimat für bestehende und neu wachsende Gruppen und Kreise. Darum halten wir bis auf weiteres an den zwei Zentren der Gemeinde fest und verstärken gleichzeitig die Begegnungsmöglichkeiten der Menschen beider Gemein- debereiche. Im Kennenlernen, im Austausch von Gedanken und Ideen und im Handeln erwachsen Möglichkeiten einer gemeinsamen Identität.
Für die Zukunft unserer Gemeinde wird die Gewinnung und Wertschätzung ehrenamtlich Mitarbeitender ebenso wichtig sein wie die Öffnung bestehen- der Gruppen für interessierte Menschen aus der Gemeinde.
In der Arbeit mit jungen Familien, Kindergarten- und Konfirmandeneltern sowie einer Offensive in der Altersgruppe 55+ erkennen wir wichtige Aufga- ben für die nächsten Jahre, wobei den Schwerpunkt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sowie jungen Familien bildet.
Neue Konzepte für die laufende Jugendarbeit, die kirchenmusikalische Ar- beit, die Kooperationsgespräche mit den Gemeinden im Kooperationsraum Südwest und eine Weiterentwicklung unserer Gottesdienstformen bleiben im Focus für die kommenden Jahre.
UM - SETZUNGEN
Bereiche unseres Gemeindelebens
Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Arbeitsbereiche unserer Ge- meinde in ihren momentanen Formen, versuchen eine zukunftsorientierte Sicht und fragen nach Wegen zur Umsetzung.
- Gottesdienst – die lebendige Mitte unseres Gemeindelebens
An jedem Sonntag findet ein Gottesdienst in gewohnter, traditioneller Form statt, der dennoch Raum für gestalterische Möglichkeiten lässt.
Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Prägung sind ein- geladen zum Hören, Schmecken und Sehen, Feiern und Erleben.
Unsere Gottesdienste sind Einladungen an Menschen, ihre gottesdienst- liche und spirituelle Heimat in unserer Gemeinde zu finden.
Wir nehmen uns vor, auf die Menschen unserer Gemeinde zu hören und miteinander / voneinander zu lernen. Eine lebendige Gottesdienstkultur mit vielen aktiven Menschen ist unser Ziel!
Wie können wir das erreichen?
Bildung / Ausbildung von Lektoren – Einbeziehung von Konfirmanden und Jugendlichen in Lektorendienst / Gottesdienstvorbereitungskreise – Jährlicher Gottesdienst aus und mit Gemeindegruppen – Gottesdienst für Zweifler / für Müde – Politische Zeitansage – "zentrale" Gottesdienste / wie stärken wir das Bewusstsein für diese Gottesdienste?
In einem ersten Schritt soll ein Projekt zur Vorbereitung und Durchführung von Gottesdiensten mit verstärktem ehrenamtlichem Engagement verwirk- licht werden.
- Seelsorge und Amtshandlungen – lebendiger und zugewandter Kontakt auf Augenhöhe mit unseren Menschengeschwistern
Besonders in den Kasualhandlungen bieten sich tiefgehende Möglichkeiten zur Begegnung untereinander und mit Gott. Sie geben Gelegenheit zum Austausch über Glaubensfragen und tragen zu einem lebendigen Wachs- tum der Gemeinde bei.
Wir gehen zu den Menschen und treffen sie in sehr unterschiedlichen Le- benssituationen, in denen wir den einladenden und mitgehenden Geist un- seres Glaubens leben können.
In der Taufe, als dem Ritus der Annahme eines Menschen durch Gott und gleichzeitig als feierlichem Übergang aus der Zweierbeziehung in die Fa- milie.
Wir nehmen uns vor, mit Eltern und Paten gemeinsame, auch biographi- sche Gesprächsangebote zu verwirklichen, in denen das Geheimnis des neuen Lebens im Licht der Taufe als Gottesbegegnung und die Verant- wortung für Kinder in den Blick kommen.
Wie können wir das erreichen?
Taufbesuche bei den Taufeltern / incl. der Paten – Beteiligung von Eltern / Paten in der Taufe – Jahrgedächtnisfeier – bleibender Kontakt von Taufe über Krabbelgruppe und Kindergarten bis zur Grundschule
In der Konfirmation, als dem Ritus der bewussten Entscheidung für ein Ja zur Taufe und zum Glauben an Gott und gleichzeitig als Initiationsritus, der den Übergang von der Kindheit ins Jugendalter bezeichnet.
Wir nehmen uns vor, die Konfirmandenarbeit erlebnis- und erfahrungsori- entiert zu gestalten und die jungen Menschen liebevoll durch ein Jahr der Antwortsuche zu geleiten. Konfirmandenarbeit ist Beziehungsarbeit. Beziehung zu Gott, Pfarrer/in, Mitkonfirmanden, zu sich selbst und zur Ge- meinde.
Weil Eltern dieses Ritus als einen "Abgaberitus" verstehen, begleiten wir auch sie in dieser Zeit in besonderer Weise.
Wie können wir das erreichen?
Regelmäßige inhaltliche Überprüfung des Konzepts – Einbeziehung ju- gendlicher und erwachsener ehrenamtlicher MA – KU Vorbereitungskreis – Elternarbeit durch Abendveranstaltungen und Besuche – Kontakte zu KU im Kooperationsraum
In der Trauung, als dem großen Fest der Liebe zweier Menschen zueinan- der und der rituellen Einbettung dieser Lebensgemeinschaft in die Liebe Gottes und die Gemeinde.
Wir nehmen uns vor, Menschen am Beginn des gemeinsamen Weges deutlich zu machen, dass wir ein Interesse an ihnen haben, dass wir sie auf ihrem gemeinsamen Lebensweg begleiten wollen, um dem "Egoismus zu zweit" einen anderen Lebensentwurf entgegenzustellen.
Wie können wir das erreichen?
"Brautleuteunterricht" / Gesprächskreis junger Ehewilliger im Kooperations- raum – wertschätzender Kasualbesuch bei den Brautleuten
In der Bestattung, als der Möglichkeit des rituellen Abschieds und der ritua- lisierten Trauer, die in der Begleitung durch einen mitgehenden Seelsorger die Chance zu größerer Tiefe und emotionaler Bindung hat. Einfühlsame Trauergespräche schaffen Offenheit zur Kontaktfindung.
Wir nehmen uns vor, Menschen in ihrer Trauer, besonders in den Tagen und Wochen nach der Bestattung, Begleitung, Beistand und Hilfe anzubieten.
Wie können wir das erreichen?
Pfarrer/innen halten durch telefonische Nachfrage Kontakt zu Trauernden – Aufbau Trauercafé im Kooperationsraum – Vermittlung weiterer Hilfestellung – Besuchsdienstkreis
- Neuzugezogene – wir laden sie gerne ein
Eine gastfreundliche und einladende Gemeinde nimmt in besonderer Wei- se die wahr, die neu in die Gemeinde gekommen sind.
Wir nehmen uns vor, auf Neuzugezogene zuzugehen, übersenden ihnen ei- nen persönlichen Willkommenbrief, den aktuellen Gemeindebrief und bie- ten einen Besuch an.
Wie können wir das erreichen?
Besuchsdienstkreis – gezielte Einladung zu Veranstaltungen und Gottesdiensten
- Diakonie – Schwache und Bedürftige in den Blick nehmen
Es ist seit Beginn der Kirche eine unaufgebbare Pflicht, sich der Hilfebe- dürftigen, Kranken und Armen in liebevoller Aufmerksamkeit zuzuwenden und der Liebe Gottes zu uns Menschen Gestalt zu geben und Gehör zu ver- schaffen.
Wir nehmen uns vor, aufmerksam die gesellschaftlichen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Menschen in unserer Gemeinde zu beobachten und entsprechend zu reagieren. Das gilt besonders für die zunehmende Altersarmut, Vereinsamung im Alter und dem signifikanten Anstieg von Alterssuizid.
Wie können wir das erreichen?
Jährlichen Presbyteriumssitzung zum Thema Diakonie – Diakonieaus- schuss berufen - Netzwerk kleiner Hilfen – Nachbarschaftshilfen – Ver- netzung mit anderen Sozialverbänden und Bündelung von Ressourcen – bei allen Umbaumassnahmen bedenken, dass wir vielleicht bald eine Suppenküche brauchen – thematische Arbeit im Kooperationsraum
- Altenheimseelsorge – Mitgehen bis zum Lebensabschluss
Wir sind als Gemeinde für die Bewohner/innen der stationären Einrichtun- gen da, denn wir halten uns an den biblischen Auftrag: "Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat." Wir tun das, indem wir zu den Men- schen gehen und sie grüßen, ihnen die Hand reichen und sie annehmen, ihnen zuhören und Erinnerungen wecken, ihr Leben bis zuletzt begleiten und sie mit dem Wort Gottes und durch das Abendmahl trösten. Unsere Arbeit mit den Menschen geschieht auf Augenhöhe. So begleiten wir Men- schen in einem Reifungsprozess zum Abschluss ihres Lebens, in der Ge- wissheit, dass Gott uns bis in unser Alter hinein trägt und bei uns ist.
Wir nehmen uns vor, auch in Zukunft aufmerksam und verlässlich die Gottesdienste in den drei Einrichtungen anzubieten und Menschen in ihrer besonderen Situation wahrzunehmen. Bewohner und Bewohnerinnen sind Gemeindeglieder. Darum laden wir sie selbstverständlich zu Gemeindever- anstaltungen ein und rechnen damit, dass einige auch kommen werden.
Wie können wir das erreichen?
Besuchsdienstkreis – ehrenamtliche Altenheimseelsorge – gemeinsames Vorgehen im Kooperationsraum – Fahrdienst
- Krabbelgruppe - Erste Schritte ins Leben
Sie bieten nach der Taufe den ersten Kontakt zu Kindern und Müttern, den wir haben. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Taufe und Eintritt in den Kindergarten. In ihnen kommen Menschen aus beiden Gemeindeteilen und aus anderen Gemeinden zusammen und lernen sich kennen.
Wir nehmen uns vor, die besonderen Chancen, die Krabbelgruppen bieten, intensiver zu nutzen, erste kleine Gottesdienstformen mit Kindern und Eltern einzuüben und den Weg in unseren Kindergarten "freizumachen".
Wie können wir das erreichen?
Vorlesekontakt – Besuch der Pfarrer in den Gruppen – Krabbelgottesdienst
- Kinder- und Jugendarbeit – Ohne sie sähen wir alt aus
In der Kinder- und Jugendarbeit sehen wir nach wie vor einen unaufgeb- baren Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit.
Arbeit mit Kindern findet an beiden Kirchen statt und schafft Begegnungs- möglichkeiten durch gemeinsame Wochenendveranstaltungen und Kinder- bibeltage etc. Kinder lernen sehr früh schon, dass wir eine Gemeinde sind.
Jugendarbeit findet im Martin – Luther – King – Haus (Jugendheim) und im Kirchenkeller an der Kreuzkirche statt.
Wir nehmen uns vor, Jugendarbeit für die kommenden Jahre so zu konzi- pieren, dass sie identitätsbildend ist. Ein Bewusstsein "Wir sind Ev. Jugend Schalke" verbindet Menschen untereinander und bindet sie an unsere Ge- meinde. Jugendfreizeiten mit differenzierten Schwerpunkten spielen hier eine wichtige Rolle.
Darüber hinaus öffnen wir uns für Begegnungen mit Jugendlichen und Angeboten im Kooperationsraum Südwest.
Wie können wir das erreichen?
Gemeinsame Angebote schon für Kinder – Corporate Identity – Mitarbeiter- schulungen (KJPA) –Mitarbeiterfreizeiten – Workshops / pädagogische Schulungsangebote mit konkreten Tipps für die praktische Arbeit– Kinder- und Jugendfreizeiten – intensive Kooperation mit Rotthausen und GE – Mitarbeit im KU – Jugendgottesdienstteam – Kindergottesdienst
- Junge Erwachsene und junge Familien – Das weite fruchtbare Feld
Wichtig für ein funktionierendes und tragfähiges Gemeinwesen ist eine re- präsentative Beteiligung aller Altersgruppen – insbesondere der Menschen zwischen 25 und 60.
Wir nehmen uns vor, verstärkt daran zu arbeiten, sinnvolle und einladende Angebote und Mitwirkungsmodelle für junge Erwachsene und Familien zu schaffen. Diese Angebote sind grundsätzlich bezirksübergreifend und fin- den in beiden Häusern statt.
Wie können wir das erreichen?
Familiengottesdienste – Mitverantwortung bei Gemeindefesten – Projekt- orientierte Angebote – Vater-Kind-Freizeit – Familienfreizeiten - entspre- chende Öffentlichkeitsarbeit und Informationsvermittlung - Benennung von Ansprechpartnern für die Belange junger Familien
- Altenstube / Altenarbeit – Potentiale freilegen und aktiv ins Alter
Die Altenstube im Bereich Kreuzkirche gehört seit mehr als 40 Jahren zum festen Bestandteil diakonischer Gemeindearbeit und wird es gerade im Blick auf die wachsende Zahl älter werdender Gemeindeglieder auch in Zukunft bleiben.
Es hat sich als Fehler erwiesen, die Altenstube an der Friedenskirche mit der an der Kreuzkirche zu fusionieren.
Wir nehmen uns vor, einen Neuanfang in der Altenstubenarbeit Bereich Friedenskirche zu wagen.
Wir wünschen uns eine stärkere Beteiligung unserer Alten an der Gottes- dienstgestaltung und wollen zweimal im Jahr ein "Altenthema" (Lebensbiographisches – Altersspezifisches) in den Gottesdienst bringen.
Biographiearbeit bis hin zu einer "Schreibstube" sollen konkrete Projekte werden.
Wir wollen über Möglichkeiten intergenerativer Begegnung in Gemeinde und im Stadtteil nachdenken und Angebote installieren. Besonders Begeg- nung mit Kindergarten, Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit kommt in den Blick. Schwerpunkt kann sein: Was haben wir voneinander?
Ein mobiles und generationenübergreifendses Internetcafés wurde in bei- den Gemeindehäusern eingerichtet und angenommen.
Im Kooperationsraum Südwest wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Synodalauschuss für Senioren und Seniorinnen ein Projekt Altenarbeit / Generation 55+ auf den Weg bringen, um die Menschen um das Alter der Entpflichtung und die jungen Alten anzusprechen.
Hierzu soll die Generation 55+ zu einem Abend der Begegnung eingeladen werden, um in einer Atmosphäre des Angenommenseins und gelebter Gastfreundschaft die Interessen der Altersgruppe dieser Lebensphase wahr- und aufnehmen zu können, sodass konkrete Angebote daraus abge- leitet werden können.
Darin sehen wir auch eine große Chance, ehrenamtliches Engagement für die Gemeindearbeit nutzbar machen zu können.
Wie können wir das erreichen?
Gründliche Analyse der Altersstruktur in der Gemeinde – Runder Tisch Altenarbeit – Angebote zur Schulung / Ausbildung von Ehrenamtlichen für den Dienst an Alten – attraktives Freizeitprogramm für junge Alte (Wandern, Radtouren, Kurzurlaub, Begegnungen mit anderen, Kochen für Einsame, Altentheater etc.)
- Kindergarten – Lasst die Kinder kommen, denn sie kommen fröhlich und gern
In unserem Kindergarten erleben Kinder und Eltern die Nähe und Liebe Gottes – vermittelt durch religionspädagogische Impulse und ein am Kir- chenjahr orientiertes Angebot.
Zurzeit unternehmen wir erste Versuche in Kooperation mit der Stadt Gel- senkirchen, wie auch nach dem Trägerwechsel einer Einrichtung in der Feldmark die religionspädagogische Begleitung einer kommunalen Einrichtung aufrechterhalten werden kann.
Wir nehmen uns vor, wöchentlich einen Besuch durch einen Pfarrer/in zu gewährleisten und monatlich einen besonderen Kindergartengottesdienst mit Elternbeteiligung zu feiern. Wichtig ist das vorbildhafte Mitmachen der Eltern. Gegenseitige Besuche der beiden Kindergärten verbinden uns er- lebbar. So fördern wir eine lebendige Beziehung zwischen Kindergarten, Eltern und Gemeinde, die uns sehr wichtig ist.
Wir laden Eltern zu unseren Gottesdiensten ein und nehmen uns vor, zu relevanten Themen Veranstaltungen zu organisieren. Die besondere Be- deutung des Kindergartens für den Gemeindeaufbau wird so sichtbar.
Wir nehmen uns vor, unsere Kindergärten durch eine ordentliche Öffentlichkeitsarbeit im Gemeindebrief, Internet und zur örtlichen Presse zu positionieren.
Wie können wir das erreichen?
Konstante religionspädagogische Arbeit in den Kindergärten – gemeinsa- me Veranstaltungen und Feste – Besuche in Gemeindegruppen – Paten- schaften / Freundschaftsgruppen - Elternarbeit mit Perspektive über die Kindergartenzeit hinaus.
- Kirchenmusik – Wohlklang zum Lob Gottes
Kirchenmusikalisches Leben gehört zum Kernbereich der gemeindlichen Arbeit, weil zwischen Kultus und Kultur ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Kirchenmusik ist eine andere Ausdrucksform, eine andere Sprache zur Verkündigung des Evangeliums.
Zur kirchenmusikalischen Arbeit gehört neben der sonntäglichen Gottes- dienstmitgestaltung durch unsere Kirchenmusiker auch die Chorarbeit mit Kinderchor, Jugendchor und Erwachsenenchor sowie das Chorprojekt mit Konfirmandeneltern, die musikalische Früherziehung, die Flötengruppen und Jugendorchester.
Im Rahmen der CiS Konzerte finden musikalische Veranstaltungen statt, die Möglichkeit bieten, über Gottesdienste hinaus Musik in der Kirche zu erleben.
- Kulturarbeit – Die Anderssicht auf die Dinge / Perspektivveränderung
Kirche und Kultur begegnen sich in vielfältiger Form, beinhalten jedoch auch immer wieder unterschiedliche Sichtweisen.
Unter anderem dieses Spannungsverhältnis hat dazu beigetragen, kulturel- le Veranstaltungen zu einem festen Bestandteil unseres gemeindlichen An- gebots werden zu lassen.
Im Laufe eines Jahres versuchen wir, eine breitere Öffentlichkeit mit Kunst- ausstellungen (Fotografien oder auch Malerei) und einer meist im Herbst stattfindenden Konzertreihe (CiS - Conzert in Schalke), in unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung, zu erreichen.
Insbesondere die Ausstellungen erheben den Anspruch, den Besuchern die Möglichkeit zu geben, sich auf die ausgestellten Werke einzulassen, und wenn gewollt, ihre dabei gewonnenen Eindrücke in den Kontext ihres christlichen Handelns oder Denkens stellen zu können.
Mit der Friedenskirche als Veranstaltungsort besitzen wir eine Räumlichkeit, die dem obigen Anspruch in mehrfacher Hinsicht gerecht und in einem wei- teren Bereich als lebendige Stätte der Begegnung wahrgenommen wird.
Wir nehmen uns vor, die Ausstellungs- und Konzertangebote in Zukunft mehr im Hinblick auf die Bedürfnisse und Interessen unserer Gemeinde- glieder zu bedenken, damit eine stärkere Annahme erreicht wird. Für die Zu- kunft ist die Nutzung der Kreuzkirche zur Durchführung von Konzerten ange- dacht.
Wie können wir das erreichen?
Runder Tisch "Kultur" – Kunstschaffende integrieren - im Kooperationsraum Kultur koordinieren
- Gemeindeleitung / Verwaltung – Dienstgemeinschaft in einem Boot
Wir sitzen alle in einem Boot, bewohnen alle das eine Haus und sind alle miteinander – jeder und jede an seinem / ihrem Platz für das Gelingen des Lebens verantwortlich. Wir wissen uns getragen durch Gottes Gnade und verstehen uns als Dienstgemeinschaft im Weinberg des Herrn.
Wir nehmen uns vor – Dienstgemeinschaft, Lerngemeinschaft und Wegge- meinschaft gleichermaßen – miteinander und auf Augenhöhe, jede/r mit den eigenen und besonderen Fähigkeiten und Aufgaben – die Geschicke der Gemeinde zu lenken.
Wir nehmen uns vor, eine Begehung unserer Gebäude unter dem Blickwin- kel Bauschäden – Sanierungsbedarf – Nutzung / Auslastung – Erhalt / Ver- kauf usw. zu machen.
Wie können wir das erreichen?
Regelmäßige Dienstbesprechungen der Mitarbeitenden - regelmäßige Gemeindeversammlungen zur Schaffung von Transparenz
- Öffentlichkeitsarbeit – Unser Licht nicht unter den Scheffel stellen
Wir dürfen sagen, wer wir sind und was wir tun.
Unsere Gemeindeglieder – auch und gerade die von Gemeinde nur gele- gentlich etwas wahrnehmen, werden über das Gemeindeleben informiert.
Unsere einladende und werbende Öffentlichkeitsarbeit soll Menschen auf die Gemeinde aufmerksam machen.
Dazu nutzen wir auch die Möglichkeiten eines Gemeindebriefes für den Kooperationsraum Südwest sowie die Erarbeitung einer gemeinsamen Internetpräsenz.
SCHLUSS - SETZUNGEN
Nachwort – Einmal muss es gesprochen sein
Diese Gemeindekonzeption ist kein feststehendes und unverrückbares Werk. Sie wird unter Beteiligung der Gemeinde regelmäßig fortgeschrieben und angepasst.
Eine erste Überarbeitung soll nach Ablauf von fünf Jahren stattfinden, um bis dahin neu aufgetretenen Rahmenbedingungen und Schwerpunkten auch in konzeptioneller Hinsicht Rechnung tragen zu können.
Gelsenkirchen, im Dezember 2009
Ansprechpartner:
Pfarrer Oliver Günther
Vorsitzender des Presbyteriums
Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schalke
Königsberger Str. 100
45883 Gelsenkirchen
Tel. 0209 . 43370
Mail: kg-schalke@gelsennet.de
www.kirchengemeinde-schalke.de
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