Galerie GangArt: „Verbrannte Momente!“ 

Kosovo-Bilder aus dem Jahr 2002 von Eva Horstick-Schmitt
Am Freitag, dem 14. November, um 20.00 Uhr lädt die Galerie GangArt zur Eröffnung einer neuen Ausstellung ein. Unter der Überschrift „Verbrannte Momente“ werden Fotografien aus dem Kosovo von Eva Horstick-Schmitt präsentiert, die durch Anbrennen verfremdet worden sind.
Bei ihrer täglichen Arbeit fotografiert die Dortmunder Foto-designerin und -künstlerin all die Bilder, die wir täglich sehen: Mode, Stars, Landschaften, Reportagen, in Deutschland und Europa. Doch zwischen den Aufträgen nimmt sie sich der Themen an, die in den Medien nur kurzfristig Hochsaison haben und genauso schnell von den Titelseiten verschwinden wie sie gekommen sind.
Eines dieser Themen ist zum Beispiel die Situation der Frauen im Kosovo, insbesondere die der Prostituierten. Doch damit nicht genug. Um auf die Schnelllebigkeit dieser Fotos hinzuweisen, scheut sie sich nicht, ihre Arbeiten öffentlich zu verbrennen. 
„Eine Annährung an das Abfackeln von Themen, Bilderverbrennung als Symbol. Denn genau das machen die Medien mit wirklich erschütternden Ereignissen rund um die Welt. Mit meiner Aktion mache ich aufmerksam auf das Machtspiel rund um die Topthemen, die morgen keine mehr sind.
Themen werden regelrecht abgebrannt. Ein Protest gegen die Wegwerfmentalität der Berichterstatter. Zudem zeigt die angebrannte Oberfläche der Fotos eben diese Art der entfremdeten Kunst meiner Fotoserien. Entfremdet, verfremdet, an der Oberfläche verändert, so wie ich die Oberfläche des Betrachters aufbrechen möchte- indem er über diesen Prozess nachdenkt.“
Die Galerie GangArt zeigt beides: die Kosovo-Reportage und die Dokumentation der Aktion. Erstmals wird eine Ausstellung an zwei Orten gezeigt. Neben den bekannten Räumen der Galerie wird ein Teil der Exponate im Sparkassenhaus am Neumarkt in der Gelsenkirchener Innenstadt präsentiert. ‚Kunst im Laden’ ist eine gemeinsame Aktion einer Gruppe Gelsenkirchener Galeristen und der Stadtsparkasse Gelsenkirchen. Zu beiden Orten laden wir Sie herzlich ein.
Andrea Baranski

 

„American Way of Life“ in der Galerie GangArt

Ausstellung des Schalker Gemeindegliedes Wolfgang Kuhlmann
Am 19. September ist es wieder soweit: Die Galerie GangArt eröffnet ihre nächste Ausstellung. Wir freuen uns ganz besonders, diesmal ein Gemeindemitglied vorstellen zu können. Wolfgang Kuhlmann, der 1999 in der Kreuzkirche konfirmiert worden ist, präsentiert sich erstmals als Fotograf. 
Die Ausstellung „American Way of Life“, wird eröffnet am Freitag, dem 19. September um 20.00 Uhr in der Galerie GangArt im Katharina von Bora-Haus.
Wolfgang Kuhlmann schreibt zu seinem Projekt:
„Ein Jahr USA. Ein Jahr Zeit für neue Entdeckungen, Erfahrungen und ein Jahr lang die Chance, ein Land kennen zu lernen, das der Durchschnittsdeutsche nur aus den Medienberichten kennt. Ein Jahr lang die Möglichkeit zur Realisierung, dass der Durchschnittsamerikaner nicht immer den stereotypen Vorurteilen der Durchschnittsdeutschen entspricht.
Ein Jahr lang habe ich diese Erfahrungen gemacht, da ich sie als Austauschschüler in Duncanville, Texas, selber durchlebt habe. Nun fällt mir der Vergleich des Medienamis mit dem wirklichen Amerikaner leicht: Meine Reise habe ich durch Fotos festgehalten, die vielen fröhlichen und schönen Momente, die ich nicht missen will. Ebenso aber auch den “American Way of Life“ und die Mentalität der Amerikaner (vor allem der Jugendlichen). Mit der Ausstellung meiner Fotos möchte ich Vorurteile abbauen, gegen den “Mainstream“ arbeiten und dem Durchschnittsdeutschem den Durchschnittsamerikaner neu vorstellen.“

Wulf Noll: „DIE TASCHEN DER FRAUEN“

Die Galerie GangArt eröffnete am Freitag, 9. Mai 2003, um 20.00 Uhr ihre Ausstellung. Gezeigt wurden Arbeiten des Mühlheimer Fotografen Wulf Noll. Er hat sich die Handtaschen von Frauen und deren Inhalt zum Thema gewählt.
Wulf Noll, lebt in Mühlheim/Ruhr und ist seit 1954 ein Kind des Ruhrgebietes, Autodidakt und Freizeitfotograf. Zu den „Taschen der Frauen“ schreibt er selbst:
"Es sollte eigentlich eine Reportage werden. Über Handtaschen und ihre Inhalte. Die Frage war, ob es eine Psychologie der Handtasche geben kann, mit der zwischen Ordnung und Chaos, Nützlichem und Überflüssigen auf das Wesen der Trägerin zu schließen ist. Herausgekommen ist eine Portraitserie von ganz großartigen Frauen, die den Mut hatten, dem Betrachter mehr zu zeigen als nur ihr Gesicht.
Neben Profanem wie Papiertaschentüchern, Schlüsseln und Tampons kam immer auch Aufschlussreiches zu Tage: Riechfläschchen als Trost in unangenehmen Situationen, Tropfen für den wegsackenden Kreislauf, Ferngläser für die Vogelbeobachtung, Probierstrümpfe für den spontanen Schuhkauf, Hufeisen für das Glück kleinen Pferdenärrinnen.
Es finden sich Erinnerungsstücke an Kinder, verflossene Freunde, Väter oder die ferne Heimat. Es gibt Handtaschen voller Utensilien, die der Schönheit dienen und solche vor allem von älteren Frauen, die inzwischen ohne jede Eitelkeit sind. Oft weist der Inhalt auf Doppelrollen hin, den Bürojob und das Hausfrauendasein. Die portraitierten Frauen wurden lediglich gebeten, die Tasche zu leeren. Wie sie es taten, ob alles in Reih und Glied aufgereiht oder nur auf einen Haufen geschüttet wurde, blieb ihnen überlassen. Selbst das mag Rückschlüsse zulassen.
So ist die in der Galerie GangArt gezeigte Sammlung von dreißig s/w-Bildern keine Reportage über die weibliche Handtasche im Allgemeinen, sondern eine Portraitsammlung. Wie in früheren Zeiten die Maler den Portraitierten Gegenstände zuordneten, die auf Stand, Beruf oder Leidenschaften hinwiesen, lassen die Tascheninhalte aber Rückschlüsse auf die Portraitierten zu. Vielleicht ist eine Psychologie der Handtasche deswegen doch keine abwegige Idee."
Andrea Baranski

„Es gibt kein fremdes Leid“

Bilder aus Baalbek im Libanon im Katharina von Bora Haus

Am Freitag, dem 7. Februar 2003, um 20.00 Uhr ludt die Galerie GangArt zur Eröffnung einer neuen Ausstellung ein. Unter der Überschrift „Es gibt kein fremdes Leid“ werden Fotografien von Mahmoud Dabdoub gezeigt. Die Motive stammen aus seiner Heimat Baalbek im Libanon.
Baalbek ist eine alte Stadt im Libanon. Die Ruinen des imposanten Jupiter-Tempels stammen aus römischer Zeit. Baalbek ist auch die Heimat des Fotografen Mahmoud Dabdoub, der 1958 dort geboren wurde. 
Ungefähr zu dieser Zeit brachen im Libanon die ersten bürgerkriegsähnlichen Unruhen aus. Zwischen 1975 und 1990 wurden dort ca. 90.000 Menschen getötet und ca. 800.000 Menschen flohen aus ihrer Heimat.
Mahmoud Dabdoub kam 1980 in die damalige DDR und begann ein Fotografie-Studium. Wann immer es ihm möglich war, kehrte er in sein Heimatland zurück und dokumentierte die Zustände in seiner Geburtsstadt.
Die Galerie GangArt zeigt Schwarz-Weiß-Fotos aus der Zeit zwischen 1980 und 1987: beeindruckende Portraits von Kindern und Alten, die Lebensumstände in eines historischen Ortes, der zum Flüchtlingslager wurde, eine zerstörte Stadt neben jahrtausende alten Ruinen.
Mahmoud Dabdoub lebt heute als freier Fotograf in Leipzig.
Andrea Baranski

„Dialog mit der Stille“

Spanienbilder von Wilm Tohnack im Katharina von Bora Haus

Am Freitag, dem 27. September, um 20.00 Uhr eröffnete die Galerie GangArt eine Ausstellung unter der Überschrift „Dialog mit der Stille“ mit  Fotographien von Wilm Tohnack. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Frauke Schraeder führte Angelika Mertmann, Kunsthistorikerin, in die Arbeiten des Künstlers ein.

In seiner Ausstellung "Dialog mit der Stille" stellt uns Wilm Tohnack sein Spanien vor. Seit Jahren schon ist dieses Land sein erklärtes Urlaubsziel, hier geht er seinem Hobby, dem Motor- und Segelfliegen nach.
Natürlich kann er auch hier nicht von der Tätigkeit lassen, die für ihn schon zur Obsession geworden ist, dem Fotografieren. Aber was er aus Spanien als Fotografien mit nach Hause nimmt, geht weit über ein Urlaubsfoto hinaus. Nicht die idyllische Strandpromenade, keine mit Touristen bevölkerten Sehenswürdigkeiten oder die üblichen Erinnerungsfotos nach dem Motto "hier war ich 2000 und…" befinden sich in seiner Sammlung.
Seine Fotografien sind menschenleer, selbst die auf der Anreise fotografierten Autobahnen scheinen ausgestorben, Fahrzeuge werden darauf zur Nebensächlichkeit, Wolken erzeugen eine merkwürdig bedrohliche Stimmung. Landschaften werden von ihm nicht erzählend dargestellt, sondern als Struktur, als optisches Erlebnis. Vielleicht ist diese Herangehensweise mit seinem Hobby, dem Fliegen, zu erklären: Der Abstand, den der Flieger von der Erde bekommt, erlaubt das Erkennen von Strukturen, die uns Erdverbundenen durch die Nahsicht verschlossen bleiben. Dieses Sehen in Strukturen behält Wilm Tohnack bei seinen "vom festen Boden aus" fotografierten Landschaften bei.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt seiner Spanien-Fotografien ist die Architekturfotografie. Verlassene Strandpavillions, Straßenruinen, Häuserblöcke und alte Kirchen - alles wird mit der gleichen Ernsthaftigkeit angegangen. Genauso, wie ihm die Landschaft als optisches Erlebnis dient, geht er auch hier über eine bloße Schilderung hinaus: Auch hier ist ihm das Aufzeigen der Struktur wichtig. Dies verfolgt er bisweilen in Detaillaufnahmen, z.B. vom Mauerwerk alter Bauten oder in einer Aufnahme einer "Mauer" aus Holzkisten. Neben der architektonischen Struktur spielt in den Architekturaufnahmen das Licht als ebenfalls Struktur gebendes Erlebnis eine wichtige Rolle. Dadurch geschieht es, dass ein Schatten einer Hausfassade etwas Magisches verleiht oder dass er, im Zusammenspiel mit den dunklen Hauseingängen, dem Bild einen surrealen Charakter verleiht.
Stille ist das Thema all dieser Bilder. Fern von der Hektik des üblichen Urlaubstrubels hat Wilm Tohnack seine Bilder fotografiert. Sie sind nicht auf Wiedererkennbarkeit nach dem Motto "Da war ich auch schon" angelegt. Sie sind sperrig, ihr Inhalt, ihr Wollen erschließt sich nicht vom kurzen, einmaligen Anschauen. Hier ist der Dialog gefragt, der Dialog mit der Stille.

Angelika Mertmann

Öffnungszeiten:
Mo - Sa 15.00 bis 20.00 Uhr
oder nach Vereinbarung Tel. 0209 - 8 41 80

 

"Es sei Licht und es ward Rauch"

Galerie GangArt präsentiert Fotografien von Edgar Salazar

Am Freitag, dem 24. Mai, um 20.00 Uhr eröffnete die Galerie GangArt eine Ausstellung mit Fotografien von Edgar Salazar. Der Künstler ist an diesem Abend im Katharina von Bora-Haus zugegen. Eine Einführung in sein Werk gibt Gabriele Meyer-Ullrich von dígame artconsult, Gelsenkirchen. Die Ausstellung endet am Freitag, den 21. Juni 2002. 
Edgar Salazar Rondón , geboren am 12. November 1972 in Santiago de Cuba, ist Fotograf, Autodidakt und ein Newcomer in der Fotografenszene Kubas. Mit seiner Serie "Sea la luz y se hizo el humo - Es sei Licht und es ward Rauch" wurde er auch gleichzeitig zu ihrem Shooting Star und bestritt zahlreiche Ausstellungen.
In einer Sammlung von ca. 25 s/w Fotografien beschreibt Edgar Salazar die Rolle der Puros (Zigarren) im kubanischen Alltag. Seine Portraits zeigen die Menschen in ihrem normalen Umfeld, rauchend. Ohne Schnörkel und künstliche Verzerrung konfrontiert Edgar Salazar uns so mit dem kubanischen Leben abseits des Tourismus. Er führt es uns als einer von ihnen vor, und wir dürfen daran teilhaben.
Zigarren sichern einen großen Teil der Exporteinnahmen der Insel. Sie sind auch auf Kuba ein Luxusartikel und werden für den Export oder den Verkauf an Touristen produziert.
Für Kubaner ist die Zigarre ein Lebensmittel. Der Eigenbedarf wird aus selbstgedrehten Puros gedeckt, eine Kunst, die gar nicht so leicht zu erlernen ist. Der richtige Tabacero absolviert eine lange Ausbildungszeit und gibt seine Kenntnisse an Kinder und Enkel weiter. Die versorgen die Nachbarschaft und die Besucher der kleinen Strassencafés oder sie richten sich einen Tabakstand auf der Strasse ein. 
Die Zigarre erfreut sich auf Cuba grosser Popularität. Rüstige cubanische Senioren schwören auf den Genuss ohne Reue, der allerdings unbedingt mit einem Gläschen Rum zu kombinieren ist! Der Fotograf ist übrigens Nichtraucher.
Gabriele Meyer-Ullrich
dígame artconsult Gelsenkirchen

 

Galerie GangArt präsentiert "Wildwuchs"

Fotoausstellung mit Exponaten von Andreas Liebich
Am Freitag, den 15. März 2002 lud  die Galerie GangArt erneut zur Vernissage. Unter dem Titel „Wildwuchs“ wurden Arbeiten des Leipziger Fotografen Andreas Liebich vorgestellt.
"Unter dem Pflaster liegt der Strand..." manchmal aber auch der Keim zu neuem Leben; Gräser und Sträucher bahnen sich bisweilen ihren Weg durch aufgebrochenen Asphalt oder finden Lebensraum auf dem Dach zwischen Rinnen und Pfannen.
Das Unerwartete, das Ereignis wider die Regeln ist Thema der Ausstellung "Wildwuchs" von Andreas Liebich.
Seine Heimatstadt Leipzig ist einer der Schwerpunkte des Fotografen. Er hat die Veränderungen des Stadtbildes und die Befindlichkeiten seiner BewohnerInnen über viele Jahre dokumentiert. Bei dieser Fotoserie mit Schwarzweißbildern hat er sich auf Pflanzen an ungewöhnlichen Orten konzentriert und zeigt uns eine eigentümliche kleine Welt jenseits der großen Stadt, aber doch mitten in ihr.
Zur Eröffnung werden zusätzlich zwei Mappen mit einer Dokumentation über Menschen in Leipzig zu sehen sein.

Veränderungen - Alt werden in der Fremde

Fotoausstellung von Hannes Kaiser und Michael Ziebarth
Die Ausstellung Veränderungen in der Galerie GangArt befasste sich mit dem Schicksal von Migranten, die in der Bundesrepublik Deutschland alt geworden sind. Die Ausstellung begann am 16. November und endete am 20. Dezember 2001.
Der Fotograf Hannes Kaiser betreut in einem seiner beiden Leben diese Gruppe in der AWO Gelsenkirchen als Pädagoge. In seinem anderen Leben als Fotograf bereist er seit vielen Jahren in Osteuropa und dokumentiert Leben und Leiden der Menschen, deren Verwandte und Freunde in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben.
Michael Ziebarth hat auf der Grundlage der Kaiser-Fotos -Texte einige Composings entworfen, die das Schicksal der Migranten in wenigen Blättern konzentriert zusammenfassen.
Die demografische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland weist auf einen erheblichen Anstieg des Bevölkerungsanteils älterer MigrantenInnen hin. Derzeit leben in der Bundesrepublik nahezu 500.000 MigrantenInnen im Alter von 60 und mehr Jahren. Prognosen zufolge wird diese Zahl bis zum Jahr 2010 auf rund 1,3 Millionen und bis zum Jahr 2030 auf rund 2,8 Millionen ansteigen. 
Grund genug, die "alten Migranten" einmal genauer zu betrachten.
Seit ihrer Anwerbung vor ca. 40 Jahren hatte sich viel verändert. Nicht nur, dass alle Männer inzwischen älter geworden sind, auch ihre ehemaligen Wünsche und Träume existieren kaum noch in ihrer ursprünglichen Fassung. Kaum jemand aus der ersten Migrantengeneration hätte damals geglaubt, hier, in der Fremde, alt zu werden. Die meisten der Akteure träumten davon, als "wohlhabende" Menschen in ihre Heimat zurückzukehren, um ihren wohlverdienten Lebensabend zu genießen. Veränderungen also, von denen niemand geträumt hätte. Denn, wie gesagt, die Träume sahen anders aus. Auch war für viele Männer Gelsenkirchen nicht die erste Station ihrer langen Reise. In diese Stadt gelangten sie häufig über Umwege, aber immer der Arbeit nach.
Verändert hat sich inzwischen auch ihr ehemaliger Arbeitsplatz, die Zeche Consol in Bismarck. Der Arbeitsplatz von einigen tausend Kumpel ist seit Jahren geschlossen und wird zukünftig Raum und Platz für Kulturschaffende aus Gelsenkirchen bieten. 
Trotzdem ist dieser Ort eine reizvolle Kulisse für ein Treffen mit den Männern und ihren Ehefrauen, die damals einwanderten. Sie wurden zu einer Foto-Aktion "vor Ort" eingeladen - und viele kamen.
Einer der ehemaligen Ausbilder der Zeche war dabei schnell bereit mitzuwirken.
Das Resultat sind 35 s/w-Inszenierungen und ausgesuchte Lebensläufe der betagten "Models", die viele Veränderungen in ihrem Leben erlebt haben. "Alt werden in der Fremde" war allerdings nicht in ihrem Kalkül.

„Augen-Blicke" und „El Ele" in der GALERIE GANGART  

Ein Projekt der Fotografenfachklasse des Berufskollegs für Technik und Gestaltung der Stadt Gelsenkirchen

Die Eröffnung der der laufenden Fotoausstellung in der Galerie GangArt war ein multikultureller Genuss für alle Sinne: neben der Fotoausstellung gab es eine Lesung mit deutschen und türkischen AutorInnen, Musik mit der Gruppe "Ella y Ellos" sowie ein türkisches Büfett, angerichtet von der türkisch-deutschen Muttergruppe des Kindergartens.


Die Ausstellung "Augen-Blicke" ist ein Projekt der Fotografenfachklasse (2. und 3. Lehrjahr) des Berufskollegs für Technik und Gestaltung der Stadt Gelsenkirchen und wird unterstützt von der Fotografeninnung Gelsenkirchen.
Zu sehen sind ausschließlich Augenpaare von Menschen der unterschiedlichsten Herkunft.
Jemanden "ins Auge fassen" und "im Blick behalten" und dabei erkennen, daß Menschen trotz unterschiedlichen Aussehens gleich sind. Eine Herausforderung für die jungen FotografInnen, die sich in unserer Stadt umgesehen haben und auf - in jeder Hinsicht - fremde Menschen zugehen mussten.
Der multikulturelle Aspekt dieses Themas findet seine Ergänzung in der Kooperation mit der Initiative "El Ele: 40 Jahre türkische Migration", die in diesem Herbst mehrere Veranstaltungen durchführen wird.
Die Lesung wurde von drei jungen Gelsenkirchener Autorinnen bestritten, die aus der Schreibwerkstatt für Jugendliche der Stadtbücherei hervorgegangen sind: Asli Aymas (geb. 1980),
Katharina Hosse (geb. 1983) und Chantal Nast (geb. 1983). Hinzu kommt der renommierte seit vielen Jahren in GE lebende türkische Autor Hikmet Kubac. Als Moderator konnte Ulrich Spiegelberg gewonnen werden.





"100 Fotos für die Pressefreiheit"
Engagierte neue Fotoausstellung in der
GALERIE GANGART  

Am 3. Mai um 20.00 Uhr eröffnete die Gallerie GangArt im Katharina von Bora-Haus ihre vierte Ausstellung. Sie stellt Bilder vor, die die Notwendigkeit und den Sinn freier Information eindringlich verdeutlichen.
Die Pressefreiheit gehört zu den unverzichtbaren politischen Grundfreiheiten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen geht sogar noch weiter: Für sie ist Pressefreiheit Menschenrecht. Denn alle Erfahrungen zeigen, dass die Unterdrückung dieses Rechts regelmäßig mit der Unterdrückung anderer Menschenrechte verbunden ist. Das Maß der Freiheit von Presse- und Kommunikationsmedien ist deshalb ein guter Indikator für die Situation der Menschenrechte in einem Land.
Die Ausstellung 100 Fotos für die Pressefreiheit möchte auf die schwierige Situation der Pressefreiheit aufmerksam machen. Sie zeigt Aufnahmen, die über die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten in Ländern berichten, in denen die Pressefreiheit behindert wird, in denen diese Arbeit oft auch mit einem hohen persönlichen, manchmal tödlichen Risiko verbunden ist. Sie informiert über diese Arbeit, indem sie auch die Menschen und deren Lebensverhältnisse zeigt, über die berichtet wird, indem sie also die Aufgabe und Funktion freier Information an einzelnen aktuellen Beispielen verständlich macht.
Die Bilder dokumentieren soziale Missstände, Leid, Verfolgung und Krieg. Sie belegen eine Wirklichkeit, die sich in den offiziellen Bulletins der Politik oft ganz anders gibt. Nur der mutige Einsatz von Journalistinnen und Journalisten macht diese Zustände öffentlich wahrnehmbar. Damit eröffnen sie manchmal die Chance durch Bilder und Informationen Einfluss zu nehmen, zu alarmieren, aufzuhalten, etwas zu verändern. Denn soviel ist richtig: Was nicht öffentlich wird, ist nur für die Beteiligten geschehen.



Fotoausstellung von Heinrich Jung
 
Am Freitag, den 9. Februar, um 20.00 Uhr, eröffnete die GALERIE GANGART im Katharina von Bora-Haus eine Ausstellung mit Arbeiten des Fotografen Heinrich Jung.

Der Gelsenkirchener Fotograf Heinrich Jung veröffentlicht regelmäßig Bilder in den hiesigen Zeitungen wie z.B. WAZ oder Stadtspiegel. Die meisten Fotos seiner Ausstellung sind im Rahmen von Aufträgen durch Zeitungen entstanden. Durch die eng begrenzte Aktualität der Tageszeitung geraten viele Motive schnell in Vergessenheit. Doch es gibt immer wieder Situationen, für die es sich lohnt zu verweilen und den sprichwörtlichen Augenblick, in dem ein Foto entsteht, bewußt zu erleben. In Fotos werden Momente zu Monumenten und doch durch die kurze Lebensdauer einer Tageszeitung wieder der Vergänglichkeit anheim gegeben.
Pressefotos als Spiegel der Ereignisse einer Stadt: In dieser Stadt passiert eine Menge. Prominente, KünstlerInnen, PolitikerInnen, Vereine, Bürgerinnen und Bürger und die Kulissen, in denen sich alles abspielt. In der Ausstellung bekommen alle eine zweite Chance: die BesucherInnen, die sich die Zeit nehmen können und sollen, die Fotos bewußt zu betrachten und nachzuvollziehen und die Personen auf den Fotos, die im Großen und im Kleinen das Leben in unserer Stadt bestimmen und beeinflussen.

Regina Albrecht:  "Aus-Zeiten"
 
Vom 10. November bis 17. Dezember 2000 hatte die GALERIE GANGART Arbeiten der Gelsenkirchener Photographin Regina Albrecht ausgestellt.
Frau Albrecht beschäftigt sich unter dem Thema "AUS-ZEITEN" mit Menschen in Ruhesituationen, die sich im engeren Sinne des Wortes eine "Auszeit" vom Stress des Alltags gönnen, für einen kleinen Moment ausruhen und verweilen. Die Photos sind das Ergebnis langjähriger Beobachtung. Seit geraumer Zeit bearbeitet die Photographin diese Photos am Computer und verwandelt sie in Lichtmalereien. Die Grenzen zwischen Photo und Bild werden so aufgehoben, die Wirklichkeit wird relativ. Die Situationsaufnahme wird dauerhaft durch Reduzieren oder Konzentrieren auf Wesentliches, auf Farbe oder Form. In der Ausstellung werden Ursprungsphoto und Abstraktion einander gegenüber gestellt.